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I did it!

Endlich ist es soweit, ich schreibe nun meinen ersten eigenen Blog, wow. Ich fühl mich gleich besser.

Was ihr noch wissen solltet:
Hierbei handelt es sich um ein Rollenspiel aus der forensischen Klinik. Zudem werden es Blogs unterschiedlicher Personen geben, also nicht wundern.

22.1.07 23:54


The doctor

Wie der Name schon sagt, bin ich hier der Arzt, oder besser gesagt, der Psychopath, ich meine der Psychiater. Ich therapiere Patienten in der forensischen Klinik und für mich ist dies nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung.

Ich bin seit 16 Jahren verheiratet und habe einen 16 jährigen Sohn - Rene - und eine 12 jährige Tochter - Melanie.

Manche denken vielleicht, dass man selbst eine Schraube locker haben muss, damit man dort überhaupt arbeiten kann, oder dass es nach einigen Jahren der Fall sein wird. Naja, ich habe mich nicht selbst therapiert und hab es auch nicht vor.

Zur Zeit behandele ich Patienten,  die Tötungsdelikte, Sexualstraftaten sowie Brandstiftungen begangen haben.
Nichts für einen empfindlichen Magen.

So, jetzt habt ihr einen ersten Eindruck, zu meiner Person.


23.1.07 00:10


Melanie

Hi,

ich bin Melanie und ich würde euch gern mal was fragen.
Ich bin 12, aber naja, ich seh eher aus wie 10, oder so und eigentlich macht mir das nichs, aber zwei meiner Freunde haben begonnen sich zu ändern, irgendwie.
Und heute kam da noch mein Vater und fragte mich, ob das für mich in Ordnung sei, dass ich also nicht meinem Alter entsprechend aussehen würde, aber was heißt das schon? Und er sagte mir, dass das ok sei. Ich denke schon seit einiger Zeit darüber nach, aber, ach keine Anung.
Und er sagte noch etwas von, ähm, dass er einen Patienten habe, der sagte, dass das doch schön sei. Zuerst dachte ich, na toll, ein Kompliment von einem Irren, aber meine Freunde, sehen doch auch so aus wie ich, also ist das doch in Ordnung, oder?

Ich glaube, ich spreche morgen in der Pause mal mit meiner Freundin. Immerhin, kennt sie mich sehr gut und ich kann mit ihr über alles reden.

Also, danke erst ma, fürs zuhören.

Eure Melli

23.1.07 00:22


The patient

Ich frage mich jetzt schon, warum ich überhaupt meine Einwilligung zu dieser Therapie gegeben habe - ich hätte wissen müssen, wo das endet. Dennoch denke ich, es wird besser sein, als 25 Jahre lang apathisch und unter Medikamenteinwirkungen auf eine weiße Wand zu starren.

Ich bin also der Patient des werten Herrn Doktors, der mit den Tötungsdelikten und Sexualstraftaten.
Ich bin 34 Jahre alt und bin meiner Meinung nach zu Unrecht hier gelandet. Schuld ist dieses sinnlose Gesetz, welches die erotisch-sexuelle Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern verbietet. Zudem war ich mit einem tauben Richter gesegnet.

Nun sitze ich also in der forensischen Psychiatrie und werde es wahrscheinlich bis ans Ende meines Lebens tun. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann ich sterbe.
23.1.07 17:23


Frau Dr. Sommer - Spezialistin auf dem Gebiet der Traumdeutung

Deutung und Hinweise zu diesem Traum.

Da ich nicht in persönlichem Kontakt zu dem zu behandelten Patienten stehe, bleibt mir nur die Möglichkeit einer groben Deutung, auf welche im weiteren Verlauf der Therapie aufgebaut werden kann.

Ein schwarzer Himmel äußerst häufig eine bedrückte Stimmung des Patienten, Kummer und Ärger mögen sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, sodass dem Träumenden die Situation als düster erscheint. Unterstrichen wird dieses von dem herrschenden Zeitpunkt, der Nacht, ein Symbol für eventuell versteckte Depressionen, aber auch ein Hinweis darauf, dass der Träumende sich in letzter Zeit zu sehr zurückgezogen hat. Dass diese Situation ihn negativ beeinflusst, verrät auch der Wetterumstand: Regen. Hier liegt eventuell ein Bedürfnis nach Entspannung vor, welches allerdings ungestillt bleibt. Das Unwetter hingegen weist auf tiefe, unterdrückte Wut hin. Auch das Auftauchen von Schnittwunden verdeutlicht diese Aggressionen - wurden die aggressiven Gefühle ausgelebt?

Nun zu den etwas komplexeren Gefühlen. Es wird von Angst gesprochen. Dabei sollte die Frage gestellt werden, was der Grund für diese Angst ist. Eine genaue Analyse der angsteinflößenden Situation hilft weiter, wenn der Vergleich mit einer ähnlichen, alltäglichen Situation gesucht wird. Weiter ist zu fragen, welche Reaktion auf die Angst im Traum erfolgt, welches Ergebnis diese Reaktion hat, welche anderen Reaktionsmöglichkeiten denkbar wären. Hilfreich ist, sich alternative Lösungen zu überlegen und sie im Wachzustand auszuprobieren. Zudem sollte gefragt werden, warum gerade jetzt dieser Traum geträumt wird? Steht er eventuell in Verbindung mit etwas zuvor erlebtem? Es kann hilfreich sein, alle angsteinflößenden Momente im Wachzustand aufzuschreiben. Welche davon passen auf das Muster des Traumes? Gab es vergleichbare Träume schon einmal? In der Kindheit? Warum wurden damals diese Träume geträumt? Als Erwachsener sind diese Angstreaktionen nicht mehr nötig, sie können bewältigt werden.
Träume, die Angst auslösen oder miteinbeziehen, sind immer Hinweise auf Zweifel, Unsicherheit, Hemmungen und Schuld- oder Minderwertigkeitsgefühle.
Der Symbolgehalt von Blut ist reichlich: Das Bluten kann den Verlust von Kraft bedeuten oder eine Verwundung der Seele. Ist viel Blut vorhanden, so erinnert das an Krieg. Wenn Blut gesehen wird, bangt der Träumende womöglich um einen Menschen, der ihm nahe steht. Vielleicht ist er schwer von jemandem enttäuscht worden - Vorsicht ist geboten. Wenn andere bluten, kann ein Tod durch Unfall folgen oder der Träumende fürchtet um einen nahestehenden Menschen. Blutgetränkte Kleidung hingegen deutet auf einen Feind hin, der den Träumenden zerstören möchte.

Ein Schnitt innerhalb eines Traumes deutet auf Verrat hin. Ausgetragene Kämpfe hingegen zeigen, dass viel Wut gegenüber einem anderen Menschen im Innern aufgestaut ist.
23.1.07 18:04


3. Sitzung mit The Patient

The Doctor: Also, da wären wir. Wie geht es Ihnen, heute?
The Patient: Wunderbar.
The Doctor: Das freut mich.
The Patient: Sagen Sie, erkennen Sie keinen Sarkasmus, wenn er Ihnen ins Gesicht spuckt?
The Doctor: Doch.
The Patient: Und warum freuen Sie sich dann?
The Doctor: Ich bereite mich schon mal auf die Situation vor, wenn Sie es ernst meinen sollten.
The Patient: Ha! Daran glauben Sie doch nicht wirklich.
The Doctor: Warum sollte ich das nicht?

The Patient: Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich nicht an Heilungschancen glaube.
The Doctor: Das gilt aber nicht für mich.
The Doctor: Außerdem können Sie das noch gar nicht sagen, wir sind erst bei der dritten Sitzung.
The Doctor: Doch kommen wir gleich zum Wichtigsten.
The Doctor: Warum haben Sie ihr Traumtagebuch nicht geführt?
The Patient: Vielleicht habe ich ja gar nichts geträumt?
The Doctor: Man träumt immer, und aus ihren Unterlagen geht nichts hervor, dass Sie Medikamente erhalten haben, die dies verhindern würden.
The Patient: Ich hatte keine Lust
The Doctor: Damit eins klar ist, ich mag es nicht, wenn meine Anweisungen missachtet werden.
The Patient: Nun kommen Sie schon, seien Sie kein Frosch
The Doctor: Das ist mein Ernst.
The Doctor: Sie haben in diese Therapie eingewilligt
The Doctor: und sie werden das Tagebuch führen.
The Patient: Gibt es nicht bessere Möglichkeiten, als dieses Traumtagebuch?
The Doctor: Nein. Nicht in diesem Fall.
The Patient: Ich will es aber nicht führen.
The Doctor: Warum nicht? Es würde Ihnen doch helfen.
The Patient: Ich... ich denke nicht, dass es die richtige Lösung ist. Das macht mich nur noch kränker.
The Patient: Und... sagen Sie...
The Patient: Es ist nichts in diesem Raum, oder?
The Doctor: Nein, nur Sie und ich.
The Patient: Ja. Ja.
The Doctor: Wer sollte denn noch hier sein? Nicole?
The Patient: Wie kommen Sie denn darauf?
The Patient: Wieso sollte Nicole hier sein?
The Doctor: Wer sollte es sonst sein?
The Patient: Ich fühle mich unwohl, das ist alles.
The Doctor: Was stimmt nicht?
The Patient: Der Raum engt mich ein. Und diese Jacke erst recht.
The Patient: Ich fühle mich einfach unwohl.
The Doctor: Ist letzte Nacht etwas vorgefallen?
The Patient: Nein.
The Patient: Nichts besonderes.
The Doctor: Sie brauchen keine Angst zu haben, hier sind nur Sie und ich.
The Patient: Hören Sie verdammt nochmal damit auf, mir zu unterstellen, ich würde glauben, wir wären nicht allein!
The Patient: Wie kommen Sie immer auf solche absurden Ideen?
The Doctor: Sie haben mich doch vorhin danach gefragt.
The Doctor: Ob noch etwas in diesem Raum sei.
The Patient: Ja, aber ich habe nicht gesagt, dass jemand da sei.
The Doctor: Warum sollten Sie diese Frage sonst stellen?
The Patient: Sie stören mich.
The Patient: Deshalb fühle ich mich wahrscheinlich auch so unwohl.
The Doctor: Bei was störe ich Sie?
The Patient: Sie machen mich halb wahnsinnig mit Ihrer ständigen Fragerei und Ihren Unterstellungen.
The Doctor: Ich habe doch noch gar nicht richtig angefangen, und mach Sie schon wahnsinnig?
The Doctor: Was ist denn heute los mit Ihnen?
The Doctor: Sie können mir vertrauen, ich bin ihr Arzt.
The Doctor: Bei was störe ich Sie? War oder ist Nicole hier?
The Patient: Lassen Sie Nicole aus dem Spiel!
The Doctor: Beantworten Sie mir meine Frage!
The Patient: Warum sollte ich?
The Doctor: Weil ich hier die Fragen stelle und Sie sie beantworten sollten.
The Patient: Aber ich bin Ihr Patient - nicht Nicole.
The Doctor: Richtig, aber zu jedem Patienten gehört auch sein Umfeld.
The Doctor: Und somit auch Nicole.
The Doctor: Nicole lässt Sie nicht schlafen.
The Doctor: Nicole bereitet Ihnen Albträume.
The Doctor: Sie ist ein Monster, dass sie quält.
The Patient: Sie... sie quält mich nicht.
The Patient: Nicole... ist das einzige, das ich noch habe.
The Doctor: Warum lügen Sie?
The Patient: Ich lüge nicht.
The Patient: Das sieht vielleicht für Sie so aus, aber ich lüge nicht. Eigentlich quält Nicole mich nicht.
The Patient: Sie versucht mir nur zu sagen, was richtig ist.
The Patient: Ich hätte schon viel früher auf sie hören sollen. Dann säße ich jetzt nicht hier.
The Doctor: Wegen Nicole sitzen Sie überhaupt hier.
The Doctor: Mit ihr hat alles erst begonnen.
The Patient: Sagen Sie das nicht.
The Doctor: Und hätte Sie sich nicht umgebracht und Sie somit im Stich gelassen, hätten Sie gar nicht erst nach ihr suchen müssen
The Doctor: und die 9 Opfer hätte es gar nicht erst gegeben.
The Patient: Sagen Sie das nicht.
The Patient: Sagen Sie nicht solche Dinge über Nicole.
The Doctor: Warum nicht?
The Doctor: Hört sie mich?
The Patient: Das stimmt doch gar nicht.
The Doctor: Ist sie hier?
The Patient: Ich bin Schuld an alledem.
The Patient: Ich weiß nicht, ob sie hier ist.
The Patient: Aber sie ist nicht Schuld. Ich bin es.
The Patient: Ich bin derjenige, der mit allem nicht umgehen kann.
The Doctor: Ja, Sie haben die Taten ausgeführt, aber der Grund ist und bleibt bei Nicole.
The Patient: Nein.
The Doctor: Nicole ist hier diejenige, die hier ihre Zeit absitzen müsste, weil sie es soweit hat kommen lassen.
The Patient: Nein, sie kann nichts dafür.
The Patient: Sie hatte doch ihren Vater, der sie nicht beachtet hat. Sie war doch erst 13, sie konnte das nicht wissen.
The Doctor: Was konnte sie nicht wissen?
The Patient: Was... was sie damit anrichtet, wenn sie sich umbringt.
The Patient: Ich bin Schuld.
The Patient: Ich konnte damit nicht umgehen.
The Patient: Ich bin der Idiot. Nicht sie.
The Doctor: Sie durften doch gar nicht richtig damit umgehen.
The Doctor: Weil Nicole es nicht zugelassen hat
The Patient: Woher wollen Sie das wissen?
The Patient: Sie kennen mich nicht.
The Patient: SIe kennen Nicole nicht.
The Doctor: Aus einem Engel wurde ein Dämon, begreifen Sie das denn nicht?
The Patient: Sie können darüber gar kein Urteil fällen.
The Doctor: Und warum haben Sie dann solche Angst vor ihr?
The Doctor: Wenn Sie doch gar nicht böse ist?
The Patient: Weil... weil ich zu dumm bin, zu begreifen, was sie eigentlich will.
The Doctor: Dann klären Sie mich auf, was will sie?
The Doctor: Dass Sie Finja vergessen, ihre einzige Chance, die Sie noch haben, ein halbwegs normaler Mensch zu bleiben?
The Patient: Sie...
The Patient: Sie möchte nicht, dass ich schlecht über sie spreche.
The Doctor: Würde Sie ihnen sonst etwas antun?
The Patient: ...
The Patient: Ja.
The Doctor: Was? Was würde Sie ihnen antun?
The Patient: Sie...
The Patient: Eigentlich darf ich das nicht sagen.
The Patient: Sie...
The Patient: Ich weiß nicht, was sie tun würde. Sie hasst mich, wenn ich so zu ihr bin.
The Patient: Sie würde mich umbringen.
The Doctor: Sie sind ein 33 jähriger Mann und sie war ein 13 jähriges Kind, sie existiert nur in ihrem Kopf und sie wird von Tag zu Tag stärker, weil Sie es zulassen, weil sie Angst vor ihr haben. Sie dürfen das nicht zulassen, allein Finja wegen.
The Patient: Sie existiert nicht nur in meinem Kopf!
The Doctor: Doch genau das tut sie.
The Patient: Nein
The Patient: Sie können das nicht wissen.
The Patient: Sie kennen sie doch gar nicht.
The Doctor: Sie ist kein Geist, der zurückgekehrt ist.
The Patient: Sie haben doch keine Ahnung!
The Doctor: Wie soll das gehen, erklären Sie es mir.
The Patient: Wieso sollte es nicht gehen?
The Doctor: Erklären Sie es mir!
The Patient: Was soll ich Ihnen erklären? Ich bin kein Parapsychologe.
The Doctor: Ich frage auch nicht nach der Ansicht eines Parapsychologen, sondern nach Ihrer.
The Doctor: Wie und warum ist Nicole zurückgekehrt?
The Doctor: Hören Sie mir überhaupt zu?
The Patient: Hm?
The Patient: Am Anfang... am Anfang war Nicole gar nicht da.
The Patient: Das heißt, eigentlich schon, aber ich habe sie nicht wirklich wahrgenommen. Vielmehr habe ich sie vermisst.
The Patient: Ich brauchte sie.
The Patient: Irgendwann... habe ich angefangen, mit ihr zu sprechen, mit ihrer Leiche, ich konnte sie nicht länger stumm anschauen.
The Patient: Lange Zeit habe ich sie nicht gehört, aber sie hat mit mir gesprochen. Zuerst dachte ich noch, ich würde verrückt werden. Aber sie war wirklich da.
The Patient: Dabei blieb auch die meiste Zeit, bis ich Finja kennenlernte. Nicole war dagegen - und strafte mich für mein Vergehen. Sie war eifersüchtig. Und ich habe es verdient. Ich habe ihr so vieles angetan.
The Doctor: Wie hat sie Sie gestraft?
The Patient: Sie hat mir gezeigt, was ich ihr angetan habe. Sie hat sich mir gezeigt. Und sie hätte mich beinahe umgebracht. Sie hat mich ins Gefängnis gebracht.
The Patient: Aber das geht sie gar nichts an!
The Doctor: Was haben Sie ihr angetan?
The Patient: Ich habe sie allein gelassen. Ich habe sie vergewaltigt, ich habe sie getötet... ich habe ihr wehgetan - nicht direkt, aber indirekt. Ich bin nicht früh genug aufgewacht, um ihren Selbstmord zu verhindern.
The Patient: Ich kann ihr Blut nicht mehr sehen.
The Doctor: Sie hätten ihren Tod nicht verhindern können.
The Doctor: Sie hatte sich bereits dafür entschieden.
The Patient: Doch, das hätte ich, wenn ich früher aufgewacht wäre, ich hätte ihr sagen können, dass es nicht nötig wäre. Sie war jetzt nicht mehr allein, sie hatte mich. Ich habe sie geliebt!
The Patient: Verdammt nochmal.
The Doctor: Sie konnten sie nicht alleine lassen, denn sie ist tot. Natürlich haben Sie sie geliebt, aber es war nur eine Nacht. Sie wissen doch nicht einmal, ob Nicole sie geliebt hat.
The Patient: Natürlich hat sie es!
The Patient: Sie hat es gesagt.
The Patient: Hätte sie sonst mit mir geschlafen?
The Doctor: Nur weil sie mit ihnen schläft, heißt es noch lange nicht, dass sie Sie liebt.
The Doctor: Sie hat Sie benutzt.
The Patient: Ach ja?
The Patient: Warum heißt es nicht, dass sie mich liebt, wenn sie mit mir schläft?
The Patient: Sie ist freiwillig zu mir gekommen und hat es verlangt - sie hat es doch gesagt!
The Doctor: Aber nur weil sie mit ihnen schläft heißt das noch lange nicht, dass das Liebe ist.
The Patient: Was soll es denn sonst heißen?
The Doctor: Liebe entsteht nicht in einer Nacht.
The Doctor: Das sie Sie benutzt hat, sie wollte nichts weiter als einen One-Night-Stand.
The Patient: Halten Sie den Mund!
The Patient: Sie haben doch keine Ahnung!
The Doctor: Aber so ist es.
The Doctor: Sex ist nicht Liebe!
The Patient: Nur weil Sie lange brauchten, um Ihre Frau für sich zu gewinnen, heißt das nicht, dass es bei anderen Menschen genauso sein muss.
The Patient: Natürlich ist Sex eine Ausdrucksform von Liebe.
The Patient: Sie machen mich wahnsinnig.
The Patient: Und sie können froh sein, dass ich diese verdammte weiße Jacke trage.
The Patient: Sie kennen mich nicht.
The Patient: Sie kennen Nicole nicht.
The Patient: Und sie wissen nicht, was uns verbindet.
The Patient: Aber Sie meinen, mir erzählen zu können, was Liebe ist? Wo sie doch nur eine billige Ehefrau haben?
The Doctor: Jetzt reichts!
The Patient: Sie Fachidiot.
The Doctor: Sex ist nicht Liebe!
The Doctor: Basta!
The Doctor: Sex kann man an jeder Straßenecke kaufen.
The Doctor: In welcher Welt leben Sie?
The Patient: Aber nicht solchen!
The Doctor: Liebe ist viel mehr
The Doctor: als nur die körperliche Lust
The Patient: Ich will das nicht hören.
The Doctor: zu befriedigen
The Patient: Ich will das nicht hören!
The Patient: Ich will diesen Schwachsinn nicht hören!
The Doctor: Sie werden das aber hören müssen!
The Patient: Hören Sie auf!
The Doctor: Liebe ist Vertrauen, Liebe ist Geborgenheit, und Wärme.
The Doctor: Hat ihnen Finja, das nicht beigebracht?
The Patient: Lassen Sie Finja aus dem Spiel.
The Doctor: Nicole weiß doch selbst nicht, was Liebe wirklich ist.
The Patient: Wie können Sie das sagen?
The Doctor: Sie ist doch nicht mal fähig wirklich zu lieben.
The Patient: Hören Sie auf!
The Doctor: Wenn sie es wäre, würde sie Ihnen das niemals antun.
The Patient: Hören Sie auf, Nicole zu beleidigen. Hören Sie auf damit.
The Doctor: Diese kleine Schlampe kann mich mal, denn sie ist für ihr Elend verantwortlich!
The Patient: NENNEN SIE NICOLE NICHT EINE KLEINE SCHLAMPE!!!
The Patient: Was bilden Sie sich eigentlich ein?
The Doctor: Sie ist das Monster, dass Sie verkörpern.
The Patient: Mein Kopf explodiert gleich und Nicole wird mich umbringen.
The Doctor: Nicole ist das wahre Monster!
The Patient: Halten Sie einfach den Mund.
The Patient: Halten Sie den Mund.
The Patient: Je mehr Sie sagen, desto wütender wird sie.
The Doctor: Was will sie eigentlich? Dieses Miststück! Na los, raus damit!
The Patient: Sie will mich.
The Patient: Und wenn Sie nicht den Mund halten, wird sie mich sich einfach nehmen.
The Patient: HALTEN SIE DIE KLAPPE!
The Patient: Halten Sie einfach nur die Klappe.
The Doctor: Nicole soll verschwinden!
The Doctor: Und sie wird verschwinden.
The Patient: Nein!
The Doctor: Und wenn ich dafür Finja holen muss.
The Patient: Sie wird niemals verschwinden.
The Patient: Bitte, bitte...
The Doctor: Sie hat Sie lange genug terrorisiert.
The Doctor: Um was bitten Sie?
The Patient: Bitte... tun Sie mir einen Gefallen und hören Sie auf, von Nicole zu sprechen.
The Doctor: Was ist mit Ihnen?
The Patient: Warum fragen Sie?
The Doctor: Weil Sie so blass sind.
The Patient: Mir... geht's gut. Ich habe nur Kopfschmerzen, das ist alles.
The Doctor: Wie wenn Sie einen Geist gesehen hätten.
The Doctor: Warten Sie, ich hole Ihnen etwas, das wird die Schmerzen lindern.
The Doctor: Ich bin sofort wieder da.
The Patient: Gehen Sie nicht weg
The Doctor: Ich komm doch gleich....ich...na gut ich rufe die Schwester, dann soll Sie es bringen.
The Patient: Gut...
The Doctor: Also, ich bin hier und ich bleibe hier.
The Doctor: Möchten Sie sich etwas ausruhen?
The Doctor: Ein wenig schlafen?
The Patient: Nein
The Patient: Ich kann nicht schlafen.
The Patient: Wenn ich schlafe, muss ich doch nur Ihr dummes Traumtagebuch weiterführen.
The Doctor: Ich kann Ihnen etwas geben, dass sie heute nicht träumen lässt.
The Patient: Ach?
The Patient: Ich denke, Träume sind so wichtig?
The Doctor: 1, 2 Nächte werden auch Sie ohne Träume überstehen.
The Patient: Geben Sie es mir.
The Patient: Ich will niemals wieder träumen. Ich will nicht schlafen. Und ich will nicht sterben.
The Patient: Lieber bringe ich die ganze Welt um.
The Patient: Warum schweigen Sie?
The Doctor: Ich denke nach, das ist alles.
The Patient: Schweigen Sie nicht.
The Patient: Denken Sie lieber laut.
The Doctor: Warum?
The Patient: Das lenkt mich ab.
The Doctor: Von was?
The Patient: Von meinen Schmerzen. Von allem.
The Doctor: Dann hab ich bestimmt was gutes für Sie.
The Doctor: Ich habe das Kompliment an meine Tochter weitergegeben.
The Patient: Sie haben es getan?
The Patient: Und?
The Patient: War sie schockiert?
The Patient: War sie angeekelt?
The Doctor: Nein, war sie nicht.
The Patient: Ist sie weinend in ihr Zimmer gelaufen?
The Patient: Was hat sie getan? Sagen Sie etwas und halten Sie nicht so idiotisch den Mund.
The Doctor: Sie hat gefragt, wer Sie seien.
The Patient: Haha.
The Patient: Das war sicherlich eine freudige Überraschung.
The Doctor: und sie hat sich für das Kompliment bedankt.
The Patient: Machen Sie sich nicht lustig über mich.
The Doctor: Das tue ich nicht.
The Patient: Sie wollen mir erzählen, dass sich Ihre Tochter für das Kompliment eines geisteskranken Kinderschänders bedankt hat?
The Patient: Soll ich das glauben?
The Doctor: Ja.
The Doctor: Und ja.
The Patient: Wie kommt sie dazu?
The Patient: Hat sie nicht die Zeitungsartikel gelesen?
The Patient: Da steht doch alles drin.
The Patient: Neun, nein, zehn Mädchen. Nicole habe ich ja auch umgebracht.
The Doctor: und weiter?
The Patient: Vergewaltigt, ermordet. Eine Leiche geschändet.
The Patient: Findet sie so etwas toll?
The Doctor: Die Zeitungen übertreiben oft.
The Patient: Das kann doch Ihre Tochter nicht wissen.
The Patient: Und Sie haben meine Frage nicht beantwortet: Wie kommt sie dazu?
The Doctor: Sich für das Kompliment zu bedanken?
The Patient: Ja.
The Doctor: Warum sollte sie es nicht tun?
The Patient: Weil ich ein Psychopath bin, der auf kleine Mädchen steht?
The Patient: Jetzt antworten Sie mir!
The Doctor: Und deswegen, ist ihr Kompliment nichts wert?
The Doctor: Deswegen darf man es nicht annehmen?
The Patient: Ich verstehe nicht, warum sie es so toll findet.
The Doctor: Es tut mir leid, aber die Sitzung ist nun zu Ende.
The Doctor: Nehmen Sie das und sie werden einen traumlosen Schlaf haben.
The Doctor: Zumindest die nächsten 2 Nächte.
The Patient: ... Auf... Wiedersehn.

24.1.07 17:47


Nach der Sitzung

Wie konnte mir das nur passieren? Ich darf mich emotional nicht dermaßen gehen lassen. Er wäre beinahe durchgedreht. Nein, nein, nein, es muss einen anderen Weg geben, denk nach, Mensch, denk nach.

Ich werde mich bei ihm entschuldigen, gleich morgen.
Er braucht Verständnis und keine Vorwürfe.
Ja, jemand der ihm zuhört und ihn sogleich auch zum Nachdenken anregt.

The Doctor

24.1.07 21:38


Vor der Sitzung

"Führen Sie Traumtagebuch". Zugegeben, ich habe das von Anfang an für eine äußerst schwachsinnige Idee meines Therapeuten gehalten, aber mir war auch von vorneherein klar, dass es sich bei diesem Menschen um keine achtbare Person handeln kann.

Warum soll ich meine Träume aufschreiben? Nicole hat Recht, wenn sie sagt, das ginge niemanden etwas an. Ich habe es einmal getan, damit dieser Idiot das Geschriebene an seine ach-so-bewanderte Kollegin weiterleiten kann, doch damit wird jetzt Schluss sein.

Diese Träume, die er in Erfahrung zu bringen wünscht, enthalten zuviele Details. Nicole möchte nicht, dass ich das aufschreibe. "Du kannst ihm doch nicht deine kindischen Träume auftischen", meinte sie, "in denen du mich als das Monster schlechthin darstellst. Nein, so geht das nicht."
Ich kann es nicht tun. Nicole würde durchdrehen. Sie hat mich gewarnt: "Und nimm dir bloß nicht zuviel heraus! Als ob du etwas wert wärst."

Und ich weiß, sie wird sich während der Therapie nicht deutlich zu erkennen geben, aber... aber was, wenn sie mich auch dann nicht verlässt? Sie wird da bleiben, um zu sehen, ob ich ihr gehorchen werde.

The Patient

24.1.07 21:40


Nr. 2

Ich trat aus dem dunklen Hausflur in meine Wohnung ein, in der bereits helles Licht brannte. Nicole erwartete mich dort und begrüßte mich freudig, lachte ihr schönes Lachen und ich umarmte sie. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss, während wir uns zum Empfang küssten. Der Kuss vertiefte sich, je länger wir dastanden und ich stolperte angesichts der hypnotischen Wirkung, die er auf mich hatte, rückwärts, bis ich an die Tür stieß und an ihr niedersank. Nicole beugte sich über mich und lachte mich an: "Halt still", flüsterte sie und ich strich ihr mit der Hand über das Gesicht, bevor ich sie, Nicole gehorchend, zu Boden sinken ließ. Nicole lächelte mich an, dann beugte sie sich vor und leckte mit der Zunge über meine Wange, die Finger ihrer einen Hand nestelten an den Knöpfen meines Hemdes, die andere glitt hinab zwischen meine Beine. Ich half ihr, meine Hose zu öffnen und nahm ihre Hand in die meine; ich wünschte, Nicole würde niemals aufhören, zumal sie ihre Spielchen immer weiter intensivierte. Doch auf einmal ging das Licht aus und Nicole hörte abrupt auf, ließ von mir ab. Alles war finster, vollkommen schwarz, ich konnte nichts erkennen. Vorsichtig tastete ich mit der Hand nach hinten und stellte somit sicher, dass nichts weiter geschehen war, doch Nicole konnte ich plötzlich nicht mehr spüren. Sie war weg. Ich rief ihren Namen, doch sie antwortete nicht. Langsam bekam ich Angst um sie. Ich stand auf und rief sie weiterhin beim Namen, aber wieder war es dasselbe; sie antwortete nicht. Ich lief den Flur hinab, um nach ihr zu suchen und stieß bald an eine Tür, die mir fremd war. Ich rüttelte daran, doch sie war abgeschlossen, bis es mir wie von Geisterhand schließlich gelang, sie zu öffnen. Als ich den Raum betrat, so war dieser hell beleuchtet: Es war ein Schlafzimmer, in dessen Mitte ein großes Bett stand, auf dem wiederum Nicole thronte - nackt und blutend. Sie lächelte mich an, während sie an ihren Unterarmen herumschnitt. "Sieh an", sagte sie, sobald sie mich erblickte, "da bist du ja wieder." Sie setzte sich auf und das Blut tränkte das Laken unter ihr. Je mehr Blut sie verlor, desto alptraumhafter verzerrte sich der Raum, von den Wänden lief ebenfalls Blut, das Material wurde "fleischiger" und Nicole lachte. Sie lachte und lachte. Ihr Lachen schien direkt in meinen Kopf zu dringen, es bohrte sich regelrecht hinein und sie blutete immer weiter. Je mehr sie lachte, desto mehr sprudelte auch das Blut aus ihren Wunden, gleichzeitig taten sich neue auf, die Haut löste sich wieder einmal von ihren Knochen; ich wollte wegrennen, aber die Tür hinter mir war wieder geschlossen, die Wände kamen wieder einmal näher und ich drängte mich immer näher an die Tür, ich wollte weg, konnte jedoch nicht, genauso, wie mein Blick wieder fixiert war. Und auf einmal schossen Messer von hinten aus der Wand und durchbohrten mich - ich fiel, ich fiel einen endlosen Abgrund hinunter und um mich herum waren nur noch blutverschmierte Welten, Nicole, die sich nach mir ausstreckte, mich festhielt, mich zerriss und ich konnte mich nicht wehren. Der Sturz war unendlich und das letzte Bild, das ich wahrnahm war das einer toten, halb verwesten Nicole, die leblos auf der Schaukel des Spielplatzes aus meiner Kindheit lag.
Die restliche Nacht konnte ich nicht wieder einschlafen.
27.1.07 11:27


Nach der 4. Sitzung

Die Schwäche eines Erwachsenen ist erbärmlich. Warum muss ich mir so etwas bieten lassen? Noch dazu von einem solchen Idioten, der in seinem gesamten Wesen keinerlei Anlass zur Würdigung gibt?

Früher hätte ich es nie zugelassen, dass man mich dermaßen in die Knie zwänge, aber heute merke ich immer mehr, wie ich alles bereitwillig mit mir geschehen lasse. Dabei ist seine Meinung doch wirklich nicht mehr wert als meine! Wer gibt ihm das Recht, mich so zu behandeln, als wäre ich derjenige, der die Fehler macht, während er frei von jeder Schuld ist?

Dieses Irrenhaus macht mich wahnsinnig. In Augenblicken wie diesen spüre ich, wie meinen Füßen jeglicher Boden, der sich einmal unter ihnen ausbreitete, entzogen wird und ich kann mich nicht wehren. Ich sitze eben nicht umsonst hier. Wäre ich nicht der psychopathische Schwächling, der ich bin, könnte ich jetzt ein glückliches Leben mit Finja führen, es wäre niemals so weit gekommen, dass...

Wo ist Finja nur? Wo ist sie? Ich will nie wieder zurück in diese Hölle und wenn ich mir den Kerl anhöre, weiß ich, warum ich Recht habe, was das Thema "Freundschaft" anbelangt. "Freunde sind so etwas wie kostenlose Therapeuten" - nun, die Erfahrung lehrt, Therapeuten sind grauenhaft, dementsprechend können diese Art von Freunden, welche dieser Dummkopf noch anstrebt, nicht besser sein. Ich sage doch: Freunde sind zum Zeitvertreib geschaffen, nicht mehr, höchstens weniger.

Ich will, dass alles vorbei ist - jetzt und sofort, doch der Schmerz in meinem Kopf hört nicht auf, zu pulsieren. Nicole, bitte, lass mich nicht allein. Ich verdiene diesen Schmerz und verdiene noch weitere, viel schmerzhaftere Folter. Ich werde versuchen, mir einzureden, dass ich keine Angst hätte. Siehst du? Ich habe keine Angst. Ich bin hier und du kannst kommen, wann du willst. Und du kannst gehen, wie es dir beliebt. Ich fürchte mich weder vor deiner Gesellschaft noch vor dem Alleinsein.

Ich bin dein Spielzeug, du willst es so. Ich verdiene es. Ich habe keine Angst, ich bin nicht schwach. Ich werde nicht verlieren, ich werde nicht aufgeben. Doch wenn du es willst, verschmore ich sogar im Fegefeuer. Ich bin schlecht, ich habe kein Recht, mich zu beschweren.

27.1.07 11:32





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