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Schau nie zurück, dort sind nur Scherben...

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Nr. 2

Ich trat aus dem dunklen Hausflur in meine Wohnung ein, in der bereits helles Licht brannte. Nicole erwartete mich dort und begrüßte mich freudig, lachte ihr schönes Lachen und ich umarmte sie. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss, während wir uns zum Empfang küssten. Der Kuss vertiefte sich, je länger wir dastanden und ich stolperte angesichts der hypnotischen Wirkung, die er auf mich hatte, rückwärts, bis ich an die Tür stieß und an ihr niedersank. Nicole beugte sich über mich und lachte mich an: "Halt still", flüsterte sie und ich strich ihr mit der Hand über das Gesicht, bevor ich sie, Nicole gehorchend, zu Boden sinken ließ. Nicole lächelte mich an, dann beugte sie sich vor und leckte mit der Zunge über meine Wange, die Finger ihrer einen Hand nestelten an den Knöpfen meines Hemdes, die andere glitt hinab zwischen meine Beine. Ich half ihr, meine Hose zu öffnen und nahm ihre Hand in die meine; ich wünschte, Nicole würde niemals aufhören, zumal sie ihre Spielchen immer weiter intensivierte. Doch auf einmal ging das Licht aus und Nicole hörte abrupt auf, ließ von mir ab. Alles war finster, vollkommen schwarz, ich konnte nichts erkennen. Vorsichtig tastete ich mit der Hand nach hinten und stellte somit sicher, dass nichts weiter geschehen war, doch Nicole konnte ich plötzlich nicht mehr spüren. Sie war weg. Ich rief ihren Namen, doch sie antwortete nicht. Langsam bekam ich Angst um sie. Ich stand auf und rief sie weiterhin beim Namen, aber wieder war es dasselbe; sie antwortete nicht. Ich lief den Flur hinab, um nach ihr zu suchen und stieß bald an eine Tür, die mir fremd war. Ich rüttelte daran, doch sie war abgeschlossen, bis es mir wie von Geisterhand schließlich gelang, sie zu öffnen. Als ich den Raum betrat, so war dieser hell beleuchtet: Es war ein Schlafzimmer, in dessen Mitte ein großes Bett stand, auf dem wiederum Nicole thronte - nackt und blutend. Sie lächelte mich an, während sie an ihren Unterarmen herumschnitt. "Sieh an", sagte sie, sobald sie mich erblickte, "da bist du ja wieder." Sie setzte sich auf und das Blut tränkte das Laken unter ihr. Je mehr Blut sie verlor, desto alptraumhafter verzerrte sich der Raum, von den Wänden lief ebenfalls Blut, das Material wurde "fleischiger" und Nicole lachte. Sie lachte und lachte. Ihr Lachen schien direkt in meinen Kopf zu dringen, es bohrte sich regelrecht hinein und sie blutete immer weiter. Je mehr sie lachte, desto mehr sprudelte auch das Blut aus ihren Wunden, gleichzeitig taten sich neue auf, die Haut löste sich wieder einmal von ihren Knochen; ich wollte wegrennen, aber die Tür hinter mir war wieder geschlossen, die Wände kamen wieder einmal näher und ich drängte mich immer näher an die Tür, ich wollte weg, konnte jedoch nicht, genauso, wie mein Blick wieder fixiert war. Und auf einmal schossen Messer von hinten aus der Wand und durchbohrten mich - ich fiel, ich fiel einen endlosen Abgrund hinunter und um mich herum waren nur noch blutverschmierte Welten, Nicole, die sich nach mir ausstreckte, mich festhielt, mich zerriss und ich konnte mich nicht wehren. Der Sturz war unendlich und das letzte Bild, das ich wahrnahm war das einer toten, halb verwesten Nicole, die leblos auf der Schaukel des Spielplatzes aus meiner Kindheit lag.
Die restliche Nacht konnte ich nicht wieder einschlafen.
27.1.07 11:27
 


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